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BÜRGERSTIFTUNG
GUTSPARK NEUKLADOW

 

 

Wie alles begann

Das Gebiet entlang der Havel gehörte ab dem 14. Jahrhundert zum Benediktinerinnenkloster St. Marien zu Spandau. Nach dessen Auflösung zur Zeit der Reformation gelangte es in den Besitz der Brandenburger Kurfürsten und damit später der preußischen Könige. Als Anerkennung für seine Verdienste überließ König Friedrich Wilhelm Ill. (1770-1840) 1799 das Lehnschulzengut "Neu-Cladow" seinem Kabinettsrat Anastasius Ludwig Menken.

Anastasius Ludwig MenkenAnastasius Ludwig Menken, der erste "bürgerliche" Besitzer des Gutes, entstammte einer alten Gelehrtenfamilie. Als in den Rechtswissenschaften profilierter, engster Ratgeber des preußischen Königs entwickelte er eine Verwaltungsreform der preußischen Provinzen Südpreußen und Nordostpreußen. Diese beinhaltete Elemente des französischen Verwal­tungs­wesens und galt als Orientierung für die späteren Reformen des Freiherrn vom Stein und des Fürsten von Hardenberg. In der Absicht, den Vertrauten seiner Regierung "benachbart" zu wissen, bestärkte Friedrich Wilhelm III. der seine Land- bzw. Sommersitze Paretz und Kaninchenwerder, die spätere Pfaueninsel, liebte, die Bauabsichten Menkens in jeder Weise.

Auf dem vorerst in Erbpacht überlassenen Grund ließ Menken ein Gutshaus errichten und einen Park anlegen. Dieser frühklassizistische Bau kann aufgrund der typischen Archi­tek­tursprache seinem Freund und Ratgeber David Gilly zugeordnet werden. Der klare Kubus des "Gutshauses Cladow" nimmt erstmalig mehrere Grundformen märkischer Herrenhäuser aus dem 17. bis 18. Jahrhundert auf. In seiner Ausrichtung der Räumlichkeiten zeigt es bauliche Parallelen zu Schloss Paretz, welches Gilly zeitgleich für den König baute. Heute sind diese Landsitze auch Architekturzeugen eines Denkens, das von der Aufklärung und einem zunehmend emanzipierten Bürgertum geprägt wurde.

Gutshaus Neu-Cladow im SchneeDavid Gilly (1748-1808), Spross einer Hugenottenfamilie, wurde 1788 von König Friedrich Wilhelm ll. zum Königlichen Geheimen Oberbaurat in Berlin ernannt. 1793 war er Mitbegründer der Berliner Bauakademie. Er war Lehr­meister sowohl seines Sohnes Friedrich Gilly, Professor an der Bau­aka­demie, als auch dessen Schülers Friedrich Schinkel. König Friedrich Wilhelm III. ernannte ihn zu seinem Baumeister. Menken konnte nur kurze Zeit das neue Landgut bewohnen. Er starb bereits 1801. Die Familie erwarb das Gut und behielt es bis 1815. Die Tochter Menkens, Louise Wilhelmine, verbrachte hier ihre Jugendjahre. Sie heiratete 1806 in der Potsdamer Garnisonkirche den Gutsherrn Ferdinand von Bismarck. Ihr Sohn Otto von Bismarck sollte die Geschicke Preußens nachhaltig mitgestalten.

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