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BÜRGERSTIFTUNG
GUTSPARK NEUKLADOW

Pathos im Park

Max Reinhardt und das Neu-Cladower Naturtheater

Sonntag, 06.04.2014, 14:00 Uhr

Der Wunsch, Neu-Cladow im Sinne eines Gesamtkunstwerks auszugestalten, in dem Natur und Kultur zu einem unlösbaren Ganzen miteinander verwoben werden sollten, ließ Johannes Guthmann einen Künstler auf den Plan rufen, der als Theaterregisseur und Intendant zu den renommiertesten Theaterleuten seiner Zeit zählte und maßgeblich dazu beitrug, dass Berlin in den Jahren nach 1900 zur führenden Theatermetropole Deutschlands mit internationalem Ruf avancierte.

Es war kein geringerer als der „Herr des Deutschen Theaters“ Max Reinhardt (1873-1943), der Guthmann bei der Konzeption des von ihm geplanten Naturtheaters beratend zur Seite stand. War der Spielbetrieb des 1911 von Paul Schultze-Naumburg im Gutspark angelegten und mit einer aufwändigen Choraufführung eingeweihten „grünen Festpielhauses“ während des Ersten Weltkriegs jäh zum Stillstand gekommen, so wirkte sich die Inszenierung von Hugo von Hofmannsthals „Der Tor und der Tod“ im Sommer 1919 katalysatorisch auf die Rehabilitierung des kulturellen Neu-Cladower Lebens aus. Das in Neu-Cladow geknüpfte freundschaftliche Band hatte auch während des Krieges fortbestanden.

Guthmann und Reinhardt trafen sich in den Kriegsjahren in Berlin im Rahmen montäglicher Zusammenkünfte der „Deutschen Gesellschaft 1914“, der zudem auch Max Slevogt, August Gaul, Paul Cassirer und Gerhart Hauptmann angehörten. Dass sich der illustre Neu-Cladower Freundeskreis auch in krisengeschüttelter Zeit verbunden blieb, wirft ein Licht auf die vielfältigen Vernetzungen innerhalb der Berliner Kulturszene, deren dichtes Gewebe am Beispiel des schillernden Neu-Cladower Gästekreises augenfällig zutage tritt und von dem die Freundschaft zwischen Johannes Guthmann und Max Reinhardt besonders sprechend kündet.