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BÜRGERSTIFTUNG
GUTSPARK NEUKLADOW

Mittagsstunde in Kristiania

Johannes Guthmann zu Gast bei Henrik Ibsen

Sonntag, 1. März 2015, 14:00 Uhr

Dr. Miriam-Esther Owesle, Geschäftsführerin der Guthmann Akademie - Forum für Berliner Kunst- und Kulturgeschichte präsentiert:

"Im Berliner Literaturbetrieb der Jahrhundertwende war Ibsen ein Kultstar".

Dass Johannes Guthmann ein glühender Verehrer der Kunst des norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen (1828-1906) war, rührt nicht von ungefähr. Im Berliner Literaturbetrieb der Jahrhundertwende war Ibsen ein Kultstar, der von der literarischen Avantgarde gleichsam hymnisch gefeiert wurde.

Auch einen der engsten Freunde Guthmanns beeinflusste der norwegische Dichter maßgeblich: Gerhart Hauptmann (1862-1946). Empfanden noch Guthmanns Eltern dessen naturalistisches Drama „Vor Sonnenaufgang“, ein durch Ibsens Drama „Gespenster“ (1881) inspiriertes Werk, bei seiner Uraufführung 1889 als skandalös, so stand ihr Sohn Johannes dem Einzug der Moderne in die Kunst vorbehaltlos gegenüber.

Dass der Sechzehnjährige dem alten Ibsen während einer Norwegenreise im Osloer Grand Hotel Aug in Aug begegnen konnte, war für Johannes Guthmann eine biographische Sternstunde, die ihm bis an sein Lebensende unvergeßlich bleibt: „Wenn irgendein Mensch in meinem Leben mir den Eindruck eines mit übernatürlichen Kräften Begabten gemacht hat, so war es Henrik Ibsen (…)“, schreibt Guthmann in seinen Lebenserinnerungen und statuiert dabei am Exempel seiner eigenen Erfahrung die Sogkraft, die der norwegische Schriftsteller auf eine Vielzahl seiner Zeitgenossen ausübte: Allmittäglich versammelten sich in Norwegens Hauptstadt Angehörige aller Bevölkerungsschichten auf der Karl Johans Gata, um Spalier für den großen Dichter zu stehen – darunter auch Johannes Guthmann.