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BÜRGERSTIFTUNG
GUTSPARK NEUKLADOW

Sonntag, 05.07.2015, 14:00 Uhr

 

Dr. Miriam-Esther Owesle:

Johannes Guthmann und Otto Greiner

Otto Greiner um 1900„Von früh an war es Jochen und mir Bedürfnis gewesen, die Meister, die wir in ihren Werken verehrten, menschlich zu Freunden zu gewinnen. Und sie wieder kannten uns, das Haus und die Plätze an der Wand, wo ihre Arbeiten zur Geltung kommen sollten", schreibt Johannes Guthmann in seinen Lebenserinnerungen über jenen besonderen Umgang mit Kunst und Künstlern, der ihn und seinen Lebensgefährten Joachim Zimmermann zeitlebens auszeichnete.

Eine enge Freundschaft verband Johannes Guthmann auch mit dem Maler, Zeichner und Graphiker Otto Greiner (1869-1916), über den der promovierte Kunsthistoriker Guthmann bereits 1903 eine Monographie verfasste. Dass er darin das originäre Wesen des Künstlers und seines Schaffens auf äußerst lebendige Weise darzustellen vermochte, rekurrierte auf einem intensiven Austausch mit Otto Greiner, den Johannes Guthmann in den Jahren um 1900 mehrfach in Rom besuchte, wobei mehrere Porträts entstanden, die der Künstler von seinem Sammler und Mäzen schuf.

Als Neu-Idealist und Schüler Max Klingers vertrat Otto Greiner dabei eine Linie der deutschen Malerei, die sich von jener Antiken-Sehnsucht speiste, die auch Guthmann von einem Arkadien träumen ließ, das er schließlich in Neu-Cladow fand. Ein Ölgemälde Greiners, das sich im Besitz Johannes Guthmanns befand und einen am Strand sitzenden und sinnend über das Meer blickenden Prometheus zeigt, wirkt dabei fast wie ein Programmbild für jene Vision von einem Gefilde der Seligen, die Johannes Guthmann sich an den Gestaden der Havel erträumte.

Der geistig-künstlerischen Verflechtung Otto Greiners mit Johannes Guthmann wollen wir uns im Juli-Salon widmen.