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BÜRGERSTIFTUNG
GUTSPARK NEUKLADOW

Frühes 20. Jahrhundert

Herrenhaus Neukladow - WasserfrontBis zum Jahr 1887 wechselte das Gut mehrmals den Besitzer. In diesem Jahr erwarb der Berliner Zementfabrikant und Mitbesitzer der Rüdersdorfer Kalksteinwerke Robert Guthmann das Anwesen und später auch das Gut Gatow.

Im Jahr 1909 wählte sein Sohn, der Kunsthistoriker Dr. Johannes Guthmann, Gutshaus und Park zu seinem Lebensmittelpunkt. Eingenommen von der Schönheit dieses Ortes betrieb er gemeinsam mit seinem Vater einen umfangreichen, aufwertenden Umbau des Anwesens und gewann mit dem Maler und Architekten Paul Schultze-Naumburg für Gebäude und Park sowie dem Architekten Alfred Grenander für die Innengestaltung maßgebliche Protagonisten des aufstrebenden Berlins.

Schultze-Naumburg setzte vor die östliche frühklassizistische Längsseite des Gutshauses einen Giebel mit Pultdach und dreieckigem Giebelfeld und stellte diesem auf halbkreisförmigen Grundriss die Veranda vor, von der aus zwei geschwungene Freitreppen in den Park führen. Drei schlichte Säulen tragen die Plattform der darüber liegenden Terrasse.

Neukladow - LogettaUnter Schultze-Naumburg entstanden die beiden Torhäuser, die Einfriedung sowie im Park die Nischenmauer mit der später von Slevogt ausgemalten Loggetta. Er legte auch die Strukturen des alten Gutsparks wieder frei und schuf, darauf aufbauend, einen weitläufigen Park mit altem Baumbestand und offenen Wiesen. Ein Blumengarten mit Wasserbecken, der von einer offenen Pergola ergänzt wurde, gab dem Anwesen seinen ganz besonderen Reiz.

Neukladow erlebte unter Johannes Guthmann seine Blütezeit. Es entwickelte sich zu einem Ort künstlerischen Schaffens und wurde zum Treffpunkt bedeutender Persönlichkeiten wie Max Reinhardt und Walther Rathenau, dem Maler Max Slevogt und dem Bildhauer August Gaul, der eigens für den Gutspark die Tierplastik des Eselreiters und den Eisenstein schuf.

Johannes Guthmann verließ 1921 Neukladow auf Wunsch seines Vaters, der das Gut seiner Tochter Mary vererbt hatte. Mary verkaufte die Güter Neukladow und Gatow bereits 1928 an die Stadt Berlin.

Die folgenden Jahre brachten dem Gut eine wechselvolle Geschichte mit unterschiedlichen Nutzungen. Seit 1995 stand das Gutshaus viele Jahre leer. Eine geplante Bebauung im Park und damit der Verlust dieses Kleinods konnte in den 1990er Jahren durch die Kladower Bürger verhindert werden.

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